TrueCultureDig

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Dr. Christian Lerch

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Transformation von Unternehmenskulturen durch innovative Prozesstechnik und -organisation in Abhängigkeit KMU-spezifischer Digitalisierungsstrategien

 

Ausgangssituation

Mit dem Aufkommen der vernetzten Produktion, von digitalen Geschäftsmodellen sowie zunehmend individualisierten Kundenanforderungen stehen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) vor neuen Herausforderungen. Zwar versprechen digitale Lösungen Effizienz- und Produktivitätssteigerungen, jedoch zeigen Unternehmensbefragungen, dass KMU digitale Lösungen eher zögerlich einführen. Die Gründe hierfür erscheinen vielfältig: Betriebliche Arbeitsabläufe sind typischerweise auf die Reproduktion eingespielter Organisationsmuster und Gewohnheiten ausgerichtet, wohingegen die Einführung digitaler Lösungen potenziell die Veränderung von Prozessen und Strukturen erforderlich macht. Vor diesem Hintergrund, so die zentrale Annahme des Projekts, wirken nicht nur finanzielle Investitionen, gestiegene Anforderungen an die IT-Sicherheit oder das Fehlen von Fachkompetenzen als Barrieren für den digitalen Wandel, sondern auch die Unternehmenskultur selbst.

Vorgehen

Das Projekt »Transformation von Unternehmenskulturen durch innovative Prozesstechnik und -organisation in Abhängigkeit KMU-spezifischer Digitalisierungsstrategien (TrueCultureDig)« setzt hier an und untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des digitalen Wandels hin zur Arbeit 4.0 anhand konkreter betrieblicher Anwendungsbeispiele, die in den Bereichen Maschinenbau, Kunststoffverarbeitung und Medizintechnik angesiedelt sind. Um die technologischen, organisationsstrukturellen und kulturellen Transformationsprozesse zu verstehen, verknüpft das Projekt wissenschaftliche Expertisen und Methoden-Know-how aus den Sozialwissenschaften sowie der Wirtschaftsinformatik. Das interdisziplinäre Projektkonsortium umfasst insgesamt sechs Partner: Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI koordiniert den Projektverbund und ist federführend bei der systematischen Erhebung der organisationsstrukturellen und kulturellen Rahmenbedingungen von Digitalisierungsprojekten verantwortlich. Die Arbeiten des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI) an der Ruhr-Universität Bochum zielen darauf ab, Anwendungsmöglichkeiten für digitale Technologien in KMU zu identifizieren sowie die dafür notwendigen sozio-technischen Anforderungen zu klären. Das Institut für Smart Systems und Services (IoS³) der Hochschule Pforzheim entwickelt zusammen mit den drei KMU Digitalisierungsstrategien auf der Basis konkreter Anwendungsfälle und leitet hieraus notwendige Schritte zur Umsetzung ab, die es in eine Roadmap überführt.

Gesellschaftlicher Mehrwert

Das Projekt liefert einen Beitrag zur Erforschung der digitalen Arbeitswelt von morgen und widmet sich der Frage, wie durch angepasste Unternehmenskulturen ein barrierefreies Zusammenwirken von Mensch und Technik erfolgen und die Digitalisierung im Sinne der Beschäftigten genutzt werden kann. Darüber hinaus werden soziale Innovationen im Kontext neuer Arbeitsprozesse näher betrachtet und erforscht, wie sich sowohl inner- als auch überbetrieblich technische und soziale Neuerungen durch einen partizipativen und auf Vertrauen basierenden Gestaltungsprozess unter Beteiligung von Beschäftigten, Kunden und Stakeholdern erreichen lassen. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts umfasst die Kompetenzentwicklung im Arbeitsprozess und schließt organisatorische wie personelle Bedarfe mit ein.

Alle Informationen zum Projekt und den Projektpartner finden Sie hier!